AKTUELLES

20.07.2022
Ein Radiobeitrag des Journalisten Wolfgang Stelljes über meinen Urgroßvater (mit Originalaufnahmen) lief heute bei Osradio und vor einigen Wochen bei Radio 21, Leineradio, Radio ffn und im StadtRadio Göttingen.
Radiobeitrag im StadtRadio Göttingen vom 05.05.2022
00:00 / 03:37
12.07.2022
Das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Zedelgem in Belgien ist heute ein Naturschutzgebiet namens Vloethemveld, das auf Rundwegen und im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann. Mitunter werden auch Führungen für Schulklassen angeboten. Die Schüler erhalten bei ihrem Besuch Unterrichtsmaterial mit Informationen, Bildern, Zeichnungen und Zeugenberichten zum Lager Zedelgem und zum Zweiten Weltkrieg. Seit Kurzem enthält dieses Arbeitsmaterial auch Bilder meines Urgroßvaters sowie ausgewählte, ins Niederländische übersetzte Textpassagen aus »Schüsse in der Stille« zu seinem Aufenthalt im Lager.

Darüber hinaus hat mein Urgroßvater eigens für die belgischen Schüler, die das ehemalige Lager besuchen, eine Botschaft verfasst, die die Guides ihnen am Ende vorlesen:

 

Der Bahntransport und die Ankunft in Belgien waren katastrophal. Wir wurden von angetrunkenen Uniformierten aus den Waggons rausgeprügelt und zur Nachtzeit zum Lager getrieben. Im Lager, wie angekommen, haben wir uns im feinen Rieselsand hingelegt und die Nächte draußen ohne Zudeck gelegen. In Zelten mussten wir auf dem kalten, feuchten Boden schlafen. Nach circa einer Woche haben wir einen Strohsack erhalten, aber kein Stroh zum Stopfen.

 

Das Essen war gut, aber ungewohnt und nicht genug. Wir mussten mit Fingern essen, weil wir kein Essgerät hatten. Später haben wir uns das Gerät dazu aus Instrumenten der Seeminen auf Bahnschienen gehämmert, die im Lager verliefen. Mit zwanzig Leuten mussten wir uns ein Brot teilen. Die Gefangenen, die Blechschneider von Beruf waren, bastelten aus Blechbüchsen eine Balkenwaage, um die Portionen zu wiegen und gerecht zu verteilen. Keiner wollte auch nur auf ein Gramm Brot verzichten.

Bei freiwilliger Arbeit mussten wir mit den Händen Steine schleppen, fünf Stück, wer mehr trug, der musste die übrigen abwerfen, wer weniger trug, der bekam welche dazugelegt. Im Nebenlager rechts von uns, abgetrennt durch zwei Reihen Stacheldrahtzäune, wurde auch schon mal Fußball gespielt, im Nebenlager links wurde ein katholischer Gottesdienst abgehalten. Den habe ich mir mit ein paar Mann von unserem Lager aus einmal angehört, aber nichts verstanden, weil der Pastor auf Latein predigte. Die Hygiene war sehr schlecht und niemand wusste, wann wir nach Hause kommen würden. Die Zeit in Gefangenschaft war kein Zuckerlecken und man kann froh sein, wenn man so etwas nicht erleben muss.

Meine Botschaft lautet deswegen: Seid zufrieden mit dem, was ihr habt, seht andere nicht als Feinde an und fangt keine Ärgernisse an, damit ihr nicht dasselbe mitmachen müsst wie ich an der Front und in Gefangenschaft. Verhaltet euch zuhause, untereinander und gegenüber anderen Menschen und Staaten freundschaftlich und respektvoll.

Hermann Kronemeyer

07.07.2022
Der Artikel zu den Emslandlagern ist jetzt online und hier zu finden. Er beinhaltet unter anderem zahlreiche Bilder des Lagers Bathorn.
22.06.2022
Am Mittwochabend habe ich eine Lesung in der Gemeindebücherei Henstedt-Ulzburg gegeben.
11.06.2022
Heute war ich zur Signierstunde in der Buchhandlung Rahmer in Henstedt-Ulzburg zu Gast.
08.06.2022
Am Mittwoch fand die LiLa Spätlese in der Nordhorner Kornmühle statt, in die ich eingeladen wurde, um als Gastautorin aus meinem Buch zu lesen – meine Premiere. Mein Uropa und ich saßen vor etwa 70 Zuschauern gemeinsam auf der Bühne. Zuerst habe ich drei Szenen aus dem Buch vorgelesen, danach gab es für das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Als weitere Autorin stellte Sigrid Eggersglüß einige Kurzgeschichten vor und auch die Veranstalter Mathias Meyer-Langenhoff und Martin Liening präsentierten ihre neuesten Texte, für Livemusik sorgte Arno Heilgenberg. Am Ende gab es ein kleines Geschenk und zum Andenken eine lila Feder. Auf die Frage Martin Lienings an meinen Urgroßvater, ob er einen Federkiel zum Schreiben noch von früher kenne, antwortete dieser schlagfertig: »Ich kenne das mit einem Huhn dran und einem Ei.«
Es war ein sehr schöner Abend, den ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Weitere Informationen und Bilder sind hier zu finden.
Im folgenden Video beantwortet Hermann Kronemeyer eine Frage aus dem Publikum: »Woher schöpfen Sie die Hoffnung, angesichts dessen, was Sie im Krieg erlebt haben und was wir gerade in der Ukraine erleben, etwas für die Zukunft bewirken oder verändern zu können?«
04.06.2022
Ab heute bin ich für knapp eine Woche in der Grafschaft Bentheim zu Besuch bei meinem Urgroßvater. Auf der Hinreise habe ich die Gedenkstätte Esterwegen besucht, die an die fünfzehn Emslandlager erinnert, am Mittwoch werde ich eine Lesung in Nordhorn geben.
01.06.2022
In der Segeberger Zeitung ist heute ein Artikel erschienen, der hier zu finden ist.
 
10.05.2022

Die ersten Termine für Lesungen stehen fest und sind hier zu finden.

 
09.04.2022

In den Grafschafter Nachrichten ist heute ein Artikel über das Buch erschienen.

08.04.2022

Heute gibt es einen Artikel über das Buch in der Norderstedter Zeitung des Hamburger Abendblatts.

 
03.04.2022

Mein Urgroßvater und ich wurden heute zusammen in Bathorn von Steffen Burkert (Chefredakteur Digital der Grafschafter Nachrichten) interviewt. Der Zeitungsartikel wird in den nächsten Tagen erscheinen. Weiterhin wird es einen Beitrag im Bentheimer Jahrbuch geben.

​​​​​​​​​​02.04.2022

Heute wird Hermann Kronemeyer 95 Jahre alt. Er ist noch immer fit und gesund.

 

10.03.2022

Das Buch ist jetzt im gesamten Buchhandel bestellbar.

02.03.2022

​»Schüsse in der Stille« wird heute veröffentlicht. Es dauert einige Tage, bis das Buch in allen Onlineshops verfügbar ist. Darüber hinaus kann es in Buchhandlungen bestellt werden.